Bauleads Schweiz: Baugesuche als Frühindikator nutzen

Publiziert: 16.07.2026 · Aktualisiert: 16.07.2026 · Redaktion Baugesuche Schweiz

Baugesuche sind das früheste öffentlich zugängliche Signal für ein Bauvorhaben in der Schweiz – oft Wochen bevor eine Baustelle sichtbar wird. Als Bauleads taugen sie aber nur bedingt: Je nach Kategorie ist bei der amtlichen Publikation bereits bei 50 bis 68 % der Gesuche ein Fachplaner oder Ausführender genannt – dort ist der Auftrag meist schon vergeben. Der Rest ist ein echter offener Lead.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Live-Auswertung (Stand 15.07.2026, 16.06.–15.07.2026): je nach Kategorie sind zwischen 31,9 % (Neubau Wohnen) und 50,3 % (Umbau & Sanierung) der Baugesuche bei Publikation noch ohne genannten Fachplaner – nur dieser Anteil ist ein wirklich offener Lead.
  • Reaktionsfenster: Zwischen Publikation und Fristablauf liegen in den erfassten Energie-&-Heizung-Gesuchen im Schnitt rund 26 Tage – danach wird ein Gesuch in der Regel rechtskräftig.
  • Rechtlich zulässig ist der individuelle Kontakt anhand der amtlich publizierten Angaben; Massen-E-Mail-Werbung ohne Einwilligung ist es nicht (UWG Art. 3).
  • Gratis, ohne Login: Kategorie- oder Stichwort-Alert statt teurer Leads-Abo-Datenbank.

Wie viele Baugesuche sind wirklich offene Leads?

„Ein Baugesuch = ein Lead" stimmt nur bedingt: In der amtlichen Publikation steht oft schon, wer das Projekt plant oder ausführt (Feld „Projektverfasser"). Ist dort bereits ein Name eingetragen, ist der Erstauftrag in aller Regel schon vergeben – offen bleiben höchstens Zulieferung, Folgegewerke oder spätere Bauphasen. Eine Auswertung der eigenen Datenbank für die sechs Gewerke-relevantesten Kategorien zeigt, wie unterschiedlich gross dieser Anteil ausfällt:

Kategorie Gesuche (30 Tage) ohne genannten Fachplaner typisches Gewerk
Umbau & Sanierung 1'258 50,3 % Sanitär, Maler, Schreiner, Bauunternehmer
Energie & Heizung 429 49,2 % Wärmepumpen-/Heizungsinstallateure
Kleinbauten 506 40,5 % Garten-, Zaun- und Metallbau
Abbruch 252 36,1 % Abbruch- und Recyclingfirmen
Solar & PV 254 33,1 % Solarteure, Elektriker
Neubau Wohnen 285 31,9 % Generalunternehmer, Rohbauer

Methodik: eigene API (/api/v1/publications), Zeitraum 16.06.–15.07.2026, Stand 15.07.2026. Ausgewertet wurde, ob das Feld „Projektverfasser" zum Publikationszeitpunkt leer war. Spätere Nachträge einzelner Behörden sind darin nicht erfasst – die Zahl beschreibt den Stand bei Publikation, nicht den gesamten weiteren Verlauf.

Zwei Beispiele aus den letzten 30 Tagen zeigen beide Fälle: In Ennetmoos (NW) wurde am 14.07.2026 eine Photovoltaikanlage publiziert – ohne genannten Fachplaner, also ein offener Lead. In Hindelbank (BE) wurde am 15.07.2026 der Ersatz einer Ölheizung durch eine aussen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe publiziert – hier war der Fachplaner bereits benannt, der Erstauftrag also schon vergeben.

Regional ist das Volumen sehr ungleich verteilt. Bei Energie & Heizung entfallen allein auf den Kanton Bern 107 der 429 Gesuche (rund ein Viertel), gefolgt von Zürich (60), Genf (46), Neuenburg (41) und Schwyz (34) – zusammen knapp drei Viertel aller Gesuche dieser Kategorie in nur fünf von 18 erfassten Kantonen (Stand 15.07.2026). Wer einen Kategorie-Alert einrichtet, sollte das Gebiet deshalb bewusst wählen: Ein reiner Kanton-Alert für ein umsatzschwaches Gebiet bringt wenig, ein Kategorie-Alert ohne Gebietsfilter für ganz Bern liefert dagegen deutlich mehr Treffer, als ein einzelner Betrieb sinnvoll abarbeiten kann.

Wie genau nutze ich Baugesuche als Bauleads – Schritt für Schritt

  1. Gewerk auf Kategorie(n) mappen. Wärmepumpen-/Heizungsinstallateure filtern auf „Energie & Heizung", Solarteure auf „Solar & PV", Sanierungs- und Ausbaubetriebe auf „Umbau & Sanierung", Abbruch- und Recyclingfirmen auf „Abbruch". Mehrere Kategorien lassen sich kombinieren.
  2. Gebiet festlegen. Einzugsgebiet als Kanton, einzelne Gemeinden oder ein Stichwort (z. B. ein Ortsteil oder Strassenname) definieren.
  3. Alert einrichten. Auf der Startseite Filter setzen und unter „E-Mail-Updates" täglich abonnieren – Details im Artikel „Baugesuche abonnieren".
  4. Fachplaner-Feld prüfen. Jede Publikation zeigt auf ihrer Detailseite oder über die API, ob ein Projektverfasser genannt ist. Fehlt er, ist der Erstauftrag noch offen; ist er genannt, bleiben oft Folgegewerke (z. B. Elektroinstallation nach dem Rohbau) oder Zulieferung interessant.
  5. Kontaktieren – nur mit den amtlichen Angaben. Bauherrschaft, Ort und Kurzbeschrieb aus der Publikation genügen für einen individuellen Kontakt; zusätzliche Recherche zu Privatpersonen gehört nicht dazu (siehe rechtlicher Abschnitt unten).
  6. Für Systematik statt manueller Prüfung: RSS-Feed oder API direkt ins eigene CRM einspeisen, statt die Website täglich manuell zu durchsuchen.

Reaktionsfenster: Wie lange bleibt Zeit bis zur Bewilligung?

Nach der Publikation läuft die Auflage- bzw. Einsprachefrist; erst danach wird ein Gesuch in der Regel rechtskräftig. Wie lang diese Frist ist, legt jeder Kanton selbst fest – verifiziert sind bislang zwei Kantone: Zürich 20 Tage, Bern 30 Tage (Quelle: „Einsprache gegen Baugesuch"). Ein Blick in die eigenen Publikationsdaten der Kategorie Energie & Heizung (356 Gesuche mit befülltem Fristfeld, 16.06.–15.07.2026) zeigt eine ähnliche Grössenordnung: Die beiden häufigsten Werte sind 20 Tage (108 Gesuche) und 30/31 Tage (129 Gesuche) – deckungsgleich mit den beiden bereits verifizierten Kantonen. Im Schnitt über alle Gesuche mit Fristangabe liegen rund 26 Tage zwischen Publikation und Fristende. Für die übrigen Kantone ist dieses Datenfeld im eigenen Bestand nicht durchgehend konsistent befüllt; massgebend bleibt immer die Frist in der signierten amtlichen Publikation selbst.

Was ist rechtlich erlaubt? UWG und revDSG bei der Kontaktaufnahme

Diese Website macht amtlich publizierte Baugesuche auffindbar – wie eine Kontaktaufnahme rechtlich zulässig ist, hängt von Form und Umfang ab:

  • Individueller Kontakt anhand der amtlichen Angaben (Bauherrschaft, Ort, Kurzbeschrieb) ist grundsätzlich zulässig, weil diese Angaben bereits amtlich publiziert und damit öffentlich sind.
  • Massen-E-Mail- oder Telefonwerbung ohne vorherige Einwilligung ist es nicht: Das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG, Art. 3) verlangt für elektronische Massenwerbung die vorgängige, ausdrückliche Einwilligung der Empfängerin oder des Empfängers, eine korrekte Absenderkennung und eine kostenlose Widerspruchsmöglichkeit (Quelle: EDÖB – Werbung & Marketing).
  • Datenanreicherung über die amtliche Publikation hinaus – zusätzlich recherchierte Telefonnummern, private Adressen oder Social-Media-Profile der genannten Bauherrschaft – ist nicht Teil dessen, wofür diese Angaben amtlich publiziert wurden, und sollte unterbleiben.

Diese Hinweise sind allgemeine Information und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Baugesuche gratis als Lead-Feed abonnieren

Wer Baugesuche systematisch als Frühindikator nutzen will, muss die Website nicht täglich manuell durchsuchen: Ein Kategorie-Alert (z. B. „Energie & Heizung" oder „Solar & PV") kombiniert mit dem eigenen Einzugsgebiet liefert jedes neue amtlich publizierte Gesuch automatisch per E-Mail, RSS oder API. Jetzt Kategorie-Alert einrichten – gratis, ohne Login, jederzeit mit einem Klick abbestellbar.

Was sind Bauleads?

Bauleads sind Hinweise auf ein konkretes, real bevorstehendes Bauvorhaben – zum Beispiel ein amtlich publiziertes Baugesuch –, die einem Handwerks- oder Planungsbetrieb helfen, frühzeitig mit der Bauherrschaft oder dem Fachplaner in Kontakt zu kommen.

Sind Baugesuche wirklich gute Leads für Handwerker?

Teilweise. Je nach Kategorie ist bei 50 bis 68 % der Gesuche zum Publikationszeitpunkt bereits ein Fachplaner oder Ausführender genannt – dort ist der eigentliche Auftrag meist schon vergeben. Der Rest ist ein echter offener Lead, besonders für Zulieferer, Folgegewerke und Zusatzarbeiten.

Wie viele Baugesuche haben noch keinen Fachplaner genannt?

Live-Auswertung (Stand 15.07.2026, letzte 30 Tage) je Kategorie – Umbau & Sanierung 50,3 %, Energie & Heizung 49,2 %, Kleinbauten 40,5 %, Abbruch 36,1 %, Solar & PV 33,1 % und Neubau Wohnen 31,9 % der Gesuche waren noch ohne genannten Fachplaner.

Darf ich Bauherrschaften aus Baugesuchen direkt kontaktieren?

Ein einzelner, individueller Kontakt anhand der amtlich publizierten Angaben (Name, Ort, Vorhaben) ist grundsätzlich zulässig. Unzulässig ist eine automatisierte Massen-E-Mail-Werbung ohne vorherige Einwilligung (UWG Art. 3) sowie das Anreichern der Daten mit zusätzlich recherchierten Kontaktangaben, die über die amtliche Publikation hinausgehen.

Was kostet der Bauleads-Alert auf dieser Website?

Nichts. Der E-Mail-Alert, der RSS-Feed und die API sind gratis, ohne Login und ohne Bezahlstufe – Filter lassen sich nach Kanton, Gemeinde, Kategorie und Stichwort kombinieren.

Für welche Gewerke eignen sich Baugesuche am besten als Leadquelle?

Am meisten offene Gesuche ohne genannten Fachplaner finden sich aktuell bei Neubau Wohnen und Solar & PV, am wenigsten bei Umbau & Sanierung und Energie & Heizung – dort lohnt sich der Alert eher für Folgegewerke und Zulieferung als für den Erstauftrag.

Rechtsverbindlich ist ausschliesslich die signierte amtliche Publikation der zuständigen Behörde; diese Website macht sie auffindbar, ersetzt sie aber nicht.

Häufige Fragen

Was sind Bauleads?

Bauleads sind Hinweise auf ein konkretes, real bevorstehendes Bauvorhaben – zum Beispiel ein amtlich publiziertes Baugesuch –, die einem Handwerks- oder Planungsbetrieb helfen, frühzeitig mit der Bauherrschaft oder dem Fachplaner in Kontakt zu kommen.

Sind Baugesuche wirklich gute Leads für Handwerker?

Teilweise. Je nach Kategorie ist bei 50 bis 68 % der Gesuche zum Publikationszeitpunkt bereits ein Fachplaner oder Ausführender genannt – dort ist der eigentliche Auftrag meist schon vergeben. Der Rest ist ein echter offener Lead, besonders für Zulieferer, Folgegewerke und Zusatzarbeiten.

Wie viele Baugesuche haben noch keinen Fachplaner genannt?

Live-Auswertung (Stand 15.07.2026, letzte 30 Tage) je Kategorie – Umbau & Sanierung 50,3 %, Energie & Heizung 49,2 %, Kleinbauten 40,5 %, Abbruch 36,1 %, Solar & PV 33,1 % und Neubau Wohnen 31,9 % der Gesuche waren noch ohne genannten Fachplaner.

Darf ich Bauherrschaften aus Baugesuchen direkt kontaktieren?

Ein einzelner, individueller Kontakt anhand der amtlich publizierten Angaben (Name, Ort, Vorhaben) ist grundsätzlich zulässig. Unzulässig ist eine automatisierte Massen-E-Mail-Werbung ohne vorherige Einwilligung (UWG Art. 3) sowie das Anreichern der Daten mit zusätzlich recherchierten Kontaktangaben, die über die amtliche Publikation hinausgehen.

Was kostet der Bauleads-Alert auf dieser Website?

Nichts. Der E-Mail-Alert, der RSS-Feed und die API sind gratis, ohne Login und ohne Bezahlstufe – Filter lassen sich nach Kanton, Gemeinde, Kategorie und Stichwort kombinieren.

Für welche Gewerke eignen sich Baugesuche am besten als Leadquelle?

Am meisten offene Gesuche ohne genannten Fachplaner finden sich aktuell bei Neubau Wohnen und Solar & PV, am wenigsten bei Umbau & Sanierung und Energie & Heizung – dort lohnt sich der Alert eher für Folgegewerke und Zulieferung als für den Erstauftrag.